Die Entwicklung eines Uhrwerks für die Mondgang-Uhr, das für ein Parkmodell tauglich ist, konnte inzwischen sehr weit vorangetrieben werden. Allerdings ist im Juli 2025 eine astronomische Fragestellung aufgetaucht, die eine langwierige Verzögerung verursacht. Daher ist schon im September 2025 mit der Entwicklung eines Monatsring-Kalenders, die eigentlich für später geplant war, begonnen worden.
Basierend auf dem Jahresring in der Sonnengang-Uhr ist in 2015 der Jahresring-Kalender entwickelt und hergestellt worden. Durch tägliches Weiterstecken eines Markierungsstifts kann man miterleben, wie die Sonnenbahnen im Laufe des Jahres auf- und absteigen und dadurch die Dynamik des Jahreslaufs verursachen.

Der Jahresring-Kalender hilft, die vielen Aspekte des Jahreslaufs in den Blick und ins Gefühl zu bekommen, insbesondere wenn man ihn individuell weiter ausgestaltet. Bereits als 2023 die ersten Ideen für eine Mondgang-Uhr auftauchten, war klar, dass man so einen ringförmigen Steckkalender auch für den Mond entwickeln müsste.
Die Sonnenbahnen benötigen ein volles Jahr, um von ihrem niedrigsten Stand zur Winter-Sonnenwende (21.12.) bis zu ihrem höchsten Stand zur Sommer-Sonnenwende (20.6.) auf- und um anschließend wieder bis zu ihrem niedrigsten Stand herabzusteigen. Die Mondbahnen steigen in ähnlicher Weise auf und ab. Sie brauchen aber für einen Auf- und Abstieg viel weniger Zeit, nur einen knappen Monat oder 27,3 Tage. Daher muss der Ringkalender, der die Höhe der Mondbahnen anzeigen soll, eine kreisförmige Skala mit nur 27,3 Tagen haben, wobei jeder Tag mit Hilfe von 2 Teilstrichen in drei Abschnitte, die 8 Stunden entsprechen, unterteilt werden muss.

Auf dieser Skala steckt man den Markierungsstift täglich um einen Tag weiter. Wenn ich bei der Position 0 starte, folgt am nächsten Tag die Position 1, dann 2, usw., bis ich nach einem 1. Umlauf bei der Position 27 lande. Am Folgetag muss ich ebenfalls um eine Tageslänge und damit um 3 Teilstriche weiterstecken. Damit gelange ich zur Position 0,667. In den nächsten Tagen geht es dann weiter mit 1.667, 2,667 usw. Nach diesem 2. Umlauf erreiche ich schließlich die 26,667. Gehe ich von dieser Position wieder um 3 Teilstriche weiter, lande ich bei 0,33 und am Ende dieses 3. Umlaufs schließlich bei 27,33 und damit bei der Startposition 0. Nach insgesamt 3 Umläufen beginnt der Zyklus also wieder von vorne.
Auch wenn sich diese Beschreibung etwas kompliziert anhört, so ist die Praxis des Weitersteckens doch sehr einfach. Schon ein Vorschulkind kann das problemlos bewältigen und Freude daran finden. Bei seinem Tun wird es vielleicht auch schon ein wenig von einer solchen Umlaufdynamik intuitiv erfassen und etwas für sein Leben lernen.
Beim Mond ändert sich nicht nur die Höhe seiner Bahn, sondern – anders als bei Sonne – zusätzlich auch noch seine Gestalt. Der Neumond ändert sich über den zunehmenden Halbmond bis zum Vollmond, der sich über den abnehmenden Halbmond zurück bis zum erneuten Neumond verändert. Ein solcher Zyklus dauert etwas länger, nämlich 29,5 Tage. Es liegt daher sehr nahe, eine kreisförmige Skala mit 29,5 Tagen zu ergänzen, die die Veränderung der Mondphase erkennen lässt. In der folgenden Grafik sind hierfür 29,5 Kreise außerhalb der Mondhöhen-Skala angeordnet worden. Jeder Kreis ist dabei grafisch so gestaltet, dass er die jeweilige Mondphase anzeigt.

Bei dieser Mondphasen-Skala steckt man täglich um einen Kreisdurchmesser weiter. Startet man im Mittelpunkt des mit 0 bezeichneten Neumond-Kreises, landet man nach einem 1. Umlauf im Mittelpunkt des 29. Mondkreises. Geht man am Folgetag nun erneut einen Kreisdurchmesser weiter, gelangt man zum hinteren Rand des 1. Kreises, also zum Punkt 1,5. Danach geht es weiter mit 2,5, 3,5 usw. Nach diesem 2. Umlauf erreicht man 29,5 und damit wieder den Startpunkt 0. Bei dieser Mondphasen-Skala wiederholt sich gleiche Umlaufdynamik also bereits nach zwei Umläufe.
Beim Jahresring ist die Skala auf den ersten Blick als Kalender zu erkennen. So kann man das allgegenwärtige aktuelle Kalenderdatum jederzeit auf der Skala finden und damit auch den Punkt erkennen, wo der Markierungsstift aktuell hingehört. Beim Monatsring-Kalender findet man gar nichts von einem Kalenderdatum. Daher benötigt man, wenn man starten will, eine Angabe zu den beiden Steckpositionen, die für das aktuelle Datum richtig sind. Danach kann man in der beschriebenen Weise täglich weiterstecken und bekommt so von dem Monatsring-Kalender immer richtig angezeigt, wie hoch der Mond aktuell seine Bahn über den Himmel zieht und welche Gestalt er gerade hat. Wenn man allerdings nicht ganz regelmäßig weitersteckt, hat man schnell die Orientierung verloren. Daher ist unter den beiden Skalen eine Tabelle ergänzt worden, die sowohl ein übliches Kalendarium enthält, als auch für jeden Tag die beiden richtigen Steckpositionen angibt.


Jeder Kalendertag ist in Rot (Sonn- und Feiertag) oder in Schwarz (Alltag) angegeben. Links daneben befindet sich in violett die Steckposition für die innere, violette Mondhöhen-Skala und rechts daneben in blau die Steckposition für die äußere, blaue Mondphasen-Skala.
Die beiden Steckpositionen auf dem Monatsring-Kalender geben eine recht gute Orientierung, wo sich der Mond aktuell über bzw. unter dem Horizont befindet. Die Steckposition auf dem inneren Bahnhöhenring gibt mir an, wie hoch die Bahn ist, auf der der Mond aktuell wandert. Dabei kann ich mich daran orientieren, dass der Bereich, den die Mondbahnen überstreichen, in etwa so groß ist wie der Bereich, den die Sonnenbahnen überstreichen und den wir vom Jahreslauf her recht gut im Gefühl haben (genaueres siehe hier).
Die Steckposition auf der äußeren Mondphasen-Skala gibt mir als erstes direkt an, welche Gestalt der Mond aktuell hat. Zweitens gibt mir die angezeigte Mondphase eine gute Orientierung, in welcher Himmelsrichtung sich der Mond gerade befindet. Dafür überlege ich zunächst, in welcher Himmelsrichtung sich aktuell die Sonne befindet. Die Mondphase gibt mir nun an, in welchem Abstand der Mond aktuell der Sonne voraus oder hinterher wandert.
Der Neumond (Position 0) steht in der gleichen Himmelsrichtung wie die Sonne. Der zunehmende Halbmond (Position 7,5) wandert im Abstand von 90° der Sonne hinterher. Wenn z. B. die Sonne aktuell im Süden steht, dann geht der zunehmende Halbmond gerade im Osten auf. Wenn die Sonne aktuell im Westen untergeht, finde ich den Mond im Süden und wenn Sonne aktuell im Norden unterm Horizont steht, geht der zunehmende Halbmond im Westen unter.
Der Vollmond ist einfach zu finden, weil er sich genau gegenüber von der Sonne, also um 180° versetzt, befindet. Der abnehmende Halbmond schließlich wandert der Sonne um 90° versetzt voraus. Für die dazwischen liegenden Mondphasen kann man den Abstand des Mondes von der Sonne entsprechend grob abschätzen. So kann man die aktuelle Position des Mondes anhand des Monatsring-Kalenders jederzeit herausfinden und diese immer wieder erfreut bestätigt bekommen, sobald sich der Mond am Himmel zeigt.
Für diejenigen, die die Angaben des Monatsring-Kalenders mit exakten astronomischen Daten vergleichen, sei hier der Hinweis gegeben, dass die beim Kalender verwendeten Daten nicht ganz exakt sind. Der exakte Wert für die Änderung der Mondbahnhöhe ist 27,322 und der für die Mondphase 29,531 Tage. Ähnlich, wie wir beim Jahreslauf alle 4 Jahre einen Schalttag, den 29. Februar, einlegen müssen, so müssen wir bei der Mondhöhen-Skala nach 2,1 Jahren am 1. Tag des 28. Umlaufs einmal ausnahmsweise um 1,33 statt um 1,00 Tage weiterstecken. Bei der Mondphasen-Skala müssen wir entsprechend nach 1,3 Jahren zu Beginn des 16. Umlaufs einmal ausnahmsweise nur um 0,5 Tage weiterstecken. Bei der Erstellung einer jeweils aktuellen Tabelle werden diese Schalttage unauffällig berücksichtigt.
Die Angaben des Monatsring-Kalenders weichen außerdem von den exakten astronomischen Daten ab, weil der Steckkalender nur die mittlere Umlaufzeit des Mondes verwendet. Auch diese Abweichungen sind aber so gering, dass sie den praktischen Nutzen des Kalenders nicht beeinträchtigen.
Von dem Monatsring-Kalender werden derzeit erste DinA3-Exemplare auf Weichschaumstoffplatten in Handarbeit gefertigt, damit Interessierte erste Erfahrungen sammeln und Änderungsideen einbringen können. Anfrage richten Sie bitte an Martin Zarth, Martin.Zarth@stadtparkverein.de, Tel. 040 604 55 34.
.